Die besten Einblicke in die großen Traditionen des Südens geben Feste in kleinen Städten. Ob Tag des Maultiers, Wettgrillen, Klapperschlangen-Rodeo, Wels-Wettessen oder ein Jahrmarkt: An Auswahl fehlt es nicht.



Kaum etwas entspannt besser als eine Fahrt durch den Tiefen Süden. Jede Eile ist verpönt, das Leben fließt so ruhig dahin wie der Mississippi. Geradezu begeistert weisen die Einheimischen Besuchern den Weg und servieren ihre Köstlichkeiten: frittierte grüne Tomaten, Drinks wie den Mint julep oder Peach cobbler, Gumbo, Soul food, Jambalaya, frittiertes Hühnchen, Spare ribs, Eistee, den Maisgriesbrei namens Grits, Wels oder die Krebse der Art Soft shell crabs. Restaurants findet man in jeder Größe und Preisklasse von der rustikalen Strandbude, die den Fisch direkt beim Fischer kauft, bis zum Fünf-Sterne-Gourmettempel. Überall isst man sehr gut für wenig Geld.
 

ALABAMA | GEORGIA | LOUISIANA | MISSISSIPPI | TENNESSEE

Alabama
Alabamas Küste
Während der berauschenden Karnevalszeit ziehen Spielmannszüge und farbenfrohe Umzugswagen durch die Straßen von Mobile. Doch auch wenn nicht Mardi gras ist, weiß die Stadt vollauf zu begeistern mit ihren Köstlichkeiten des Meeres, gemütlichen Bars und vielen Lokalen für Live-Musik unterschiedlichster Stilrichtungen. Die Strandstadt Gulf Shores feiert immer im Oktober das National Shrimp Festival. Der winzige Fischerort Bayou La Batre, berühmt geworden durch den Film Forrest Gump, segnet seine Krabbenflotte stets im Mai mit einem Fest.

Birmingham
Alabamas größte Stadt, eine Metropole auch des Jazz, ist berühmt für sein Sidewalk Moving Picture Festival und das City Stages Festival. Man tanzt zu Live-Musik und genießt hervorragende Küche im größten Unterhaltungsbezirk Five Points South. Das Highlands Bar and Grill wird oft als eines der zehn besten Restaurants der USA genannt.

Huntsville
Down Home Blues, Panoply Arts, Black Arts und Big Spring Jam sind nur vier von vielen jährlichen Festivals in Huntsville. Die Stadt im Norden von Alabama ist darüber hinaus prall gefüllt mit Museen und vielen anderen kulturellen Perlen. Die Kochkunst von mehr als 500 Restaurants reicht von feinster Cuisine bis zur Südstaaten-Hausmannskost. Downtown, aber auch in anderen Bezirken und im nahen Madison, findet man ein quirliges Nachtleben.


Georgia
Sapelo Island
Afrikaner, die von Sklavenhändlern nach Amerika verschleppt worden waren, fanden auf dieser Insel eine Landschaft vor, die ihrer Heimat verblüffend ähnlich sah, mit sumpfiger Küste, tropischer Pflanzenwelt und heißen Sommern hoher Luftfeuchtigkeit. Nach ihrer Befreiung am Ende des Bürgerkriegs lebten ehemalige Sklaven auf den vorgelagerten Inseln recht abgeschieden vom Festland und konnten so viele afrikanische Traditionen bewahren. Die miteinander austauschbaren Begriffe „Gullah” und „Geechee” beschreiben sowohl die Sprache dieser Volksgruppe als auch deren Kultur im weiteren Sinne, die sich bis heute behaupten konnte. Oft hört man die rollenden Laute der Gullah-Sprache noch auf der Insel Sapelo. Das Geechee Institute im nahen Savannah veranstaltet Festivals und Vorträge.

Covington & Madison
Auf Georgias Antebellum Trail, einer Reiseroute zu den schönsten Häusern aus der Zeit vor dem Bürgerkrieg, eröffnen reizvolle Landstraßen Einblicke in die Vergangenheit des Alten Südens. Über die Veranden alter Herrenhäuser glaubt man "Southern Belles" in weiten Kleidern huschen zu sehen. Der Civil War Trail folgt der Route, die der Nordstaatengeneral Sherman für seinen siegreichen, aber im wahrsten Sinne des Wortes verheerenden „Marsch zum Meer” wählte. Zeitlose Eleganz und die Herzenswärme amerikanischer Kleinstädte wurden in Filmen wie Grüne Tomaten, Mein Vetter Winnie oder Der große Frust auf Leinwand gebannt.

Savannah
Das Buch und der Film Mitternacht im Garten von Gut und Böse war für die Stadt aus dem 18. Jahrhundert so wichtig wie Vom Winde verweht für Atlanta: Die Welt bestaunte die Anmut und den Charme dieser Schönheit des Südens. Dank großer Anstrengungen bei der Restaurierung blieben die prägenden architektonischen Stilrichtungen Greek Rival und Regency erhalten. Mehr als 800 Häuser strahlen wieder in ihrer ursprünglichen Pracht. Plätze unter Schatten spendenden Bäumen schmücken die Stadt wie ein grüner Quilt. Überaus lebendige Restaurants, Bars und Musikkneipen bieten Unterhaltung bis tief in die Nacht hinein.

Louisiana
New Orleans
Im Grunde ist New Orleans unbeschreiblich. Der wilde Mix der Kulturen, der in der größten Seehafenstadt der USA brodelt, hat recht eigenwillige Stadtviertel hervorgebracht. Das weltberühmte, sehr gut erhaltene French Quarter ist das bekannteste von ihnen, aber es gibt noch viel mehr zu entdecken. Die köstliche kreolische Küche offenbart sich nicht nur in Restaurants, sondern auch in Kochkursen für Touristen. Prachtvolle Villen in Uptown, begeisternde Musik in den Straßen, Raddampfertouren auf dem Mississippi und überall interessante Leute. Ein Fest für alle Sinne!

Cajun Country
Der Südwesten von Louisiana, Cajun Country, ist eine der am besten bewahrten Kulturregionen in den USA. Die unverfälschte, überaus spritzige Lebensart der Bewohner erleben Besucher auf einer Fahrt durch die Feuchtgebiete südlich des Lake Charles, Lafayettes und von Houma-Thibodaux, wo man leicht ins Gespräch kommt mit heimischen Fischern, Ölarbeitern und Familien. Cajun Country ist das Land, in dem von alten Bäumen in den Sümpfen Spanisches Moos hängt und wo fruchtbare Grasebenen die Zutaten liefern für die Cajun-Küche. Kein Wunder, dass die Pfeffersoße Tabasco hier für die ganze Welt gemacht wird.

Sportsman’s Paradise & Crossroads

Die Leichtfüßigkeit des Südens triff hier auf die Bodenständigkeit des Nordens. Im nördlichen Louisiana kreuzen sich die Wege von Urlaub in der Natur, Militärgeschichte, Musik und vielen Festivitäten. Französische, englische und freie schwarze Siedler haben hier gemeinsam eine ausgeprägte louisianische Südstaatenkultur geschaffen. Viele Menschen essen, was sie selbst angeln. Neben unzähligen Seen bietet die Region wunderschöne Naturschutzgebiete und Möglichkeiten, in schlichten Unterkünften zu übernachten. Insbesondere das Seenland am Toledo Bend lädt ein, auf vielfältigste Weise zu entspannen und dabei die Natur zu genießen. Kleinstädtisches Leben findet man in Monroe, Shreveport-Bossier und Alexandria, den Charme vergangener Jahrhunderte besonders ausgeprägt in Natchitoches. Ein Land sanfter Hügel und alter Städte voller Überraschungen.


Mississippi
Oxford & Corinth
Oxford ist die Heimat des Center for the Study of Southern Culture an seiner Universität, eines Museums und Forschungsinstituts für die Musik, Folklore und Literatur der Südstaaten. Neben der University of Mississippi, auch Ole Miss genannt, ist Oxford vor allem bekannt für seine Kunst und Literatur. Der Literatur-Nobelpreisträger William Faulkner lebte hier; sein restauriertes Anwesen Rowan Oak steht für Besichtigungen offen. Faulkner hat einmal gesagt, die Vergangenheit sei niemals vorbei. In Corinth, dem Schauplatz einer der größten Belagerungen in der Westlichen Hemisphäre, ist die Geschichte sogar so nahe wie der eigene Herzschlag. Zu sehen sind sorgfältig bewahrte Erdwallanlagen; ein Museum informiert über die Hintergründe.

Canton
In der „Stadt der Lichter” heißt es häufig „Licht, Kamera – und Action!” Denn längst hat sich bei Regisseuren wie den Coen-Brüdern oder Joel Schumacher herumgesprochen, welch filmreife Schätze die historischen Straßen bergen. So wurde Die Jury komplett in Canton gedreht. Szenen aus dem emotional stark aufgeladenen Film, der auf einem Roman von John Grisham aus Mississippi basiert, sind im Canton Film Museum festgehalten. Auch Streifen wie O Brother, Where Art Thou, Mein Hund Skip sowie viele andere Spiel-, Dokumentar- und Werbefilme wurden in Canton gedreht.

Mississippi Gulf Coast
Eine Stunde von New Orleans entfernt breitet Mississippis Golfküste mehr als 40 Kilometer sonnenverwöhnte, weiße Sandstrände aus. Die klassische Urlaubsregion verfügt über Hotels und Casinos im Stil von Las Vegas mit einem fantastischen Angebot von Unterhaltung und Restaurants. Charmante Küstenstädtchen wie Ocean Springs, Pascagoula, Bay St. Louis und Pass Christian verströmen mit ihren alten Eichen eine gelassene Atmosphäre. Die Golfküste von Mississippi wurde im Jahr 2005 vom Hurrikan Katrina getroffen. Die Region hat die schweren Schäden überwunden, sich größer als zuvor neu aufgebaut und gilt jetzt wieder als der „Spielplatz des Südens”.


Tennessee
Lynchburg
Über beschauliche Nebenstraßen zockelt man gemütlich nach Lynchburg, um dort bei Jack Daniel's eine spannende, unterhaltsame und dazu noch kostenlose Führung durch die älteste registrierte Whiskey-Brennerei der USA zu erleben. Lynchburg ist eine typische Südstaaten-Stadt mit charmant-altmodischen Läden und Restaurants, erbaut um ein Gericht aus roten Ziegeln. Im bekanntesten Speiselokal der Stadt, Miss Mary Bobo's Boarding House, wird täglich, außer sonntags, um 13 Uhr zu einem üppigen Südstaaten-Mahl an den großen Tisch gerufen. Unbedingt reservieren!

Jonesborough
Das 1779 gegründete Jonesborough, sanft in die Ausläufer der Blue Ridge Mountains gebettet, ist die älteste Stadt Tennessees. Nach der Revolution war es für kurze Zeit Hauptstadt des geplanten Staates Franklin. Am ersten Oktoberwochenende bilden die gut erhaltenen Häuser, Kirchen und öffentlichen Gebäude den Hintergrund für das National Storytelling Festival. Geschichtenerzähler aus den Appalachen, dem amerikanischen Westen, Kanada, Europa und Afrika fesseln Tausende von Besuchern mit Sagen und Legenden.

Franklin
Franklin, „20 Meilen südlich und 150 Jahre von Nashville entfernt”, war Schauplatz einer der blutigsten Schlachten des Bürgerkriegs. Heute besticht das charmant-altmodische Städtchen mit einem hübschen Platz und einigen für Besucher geöffneten Herrenhäusern. Der Bestseller-Roman Widow of the South erzählt von menschlicher Größe rund um die Schlacht von Franklin im Bürgerkrieg.

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