ALABAMA | GEORGIA | LOUISIANA | MISSISSIPPI | TENNESSEE
Alabama
Birmingham
Als im späten 19. Jahrhundert Kohle, Eisenerz und Kalkstein – die drei Rohstoffe für Eisen und Stahl – unter der
Erde von Birmingham entdeckt wurden, gab es kein Halten mehr. Was gerade noch eine landwirtschaftlich geprägte
Kleinstadt war, verwandelte sich in das industrielle Kraftzentrum der Südstaaten. Das Geld floss in Strömen,
und mit ihm kamen Zigtausende, die in der „Zauberstadt” schnell reich werden wollten. Das eiserne Glück der
Stadt fand ein jähes Ende in den 1960ern mit dem Niedergang der Stahlindustrie zu einer Zeit, als rassistische
Spannungen zunahmen. Birmingham wurde ein Brennpunkt der Bürgerrechtsbewegung. Die Millionenstadt,
dokumentiert im Museum des Civil Rights Institute,
wie sie auch den Rassismus überwunden hat. Skulpturen im gegenüber liegenden Kelly Ingram Park erinnern
lebensecht an Wasserwerfer und Hunde, die gegen friedliche Demonstranten zum Einsatz kamen. Mittlerweile ist Birmingham ein zweites Mal wirtschaftlich aufgeblüht mit neuen Industrien, darunter auch medizinische Einrichtungen, die zu den besten der Welt zählen.
Montgomery
Galante Südstaaten-Politiker versammelten sich 1861 im State Capitol von Montgomery und gründeten die Konföderierten
Staaten von Amerika. Ihr Telegramm nach Washington, mit dem sie die Abspaltung bekannt gaben, löste den Amerikanischen
Bürgerkrieg aus. Große Geschichte auf eine ganz andere Weise schrieb fast 100 Jahre später die schwarze Näherin
Rosa Parks. Sie weigerte sich, einen Sitz im Stadtbus zu räumen, der für Weiße reserviert war, und gab damit
den Startschuss für die Bürgerrechtsbewegung. Nur einen Block vom Capitol entfernt liegen die kleine Kirche,
in der Dr. Martin Luther King damals predigte, und sein Wohnhaus. Beide Gebäude stehen Besuchern offen.
Mobile
Das Territorium Louisiana des französischen Königs erstreckte sich einst weit über den heutigen Staat gleichen Namens
den Mississippi hinauf und umfasste so die ganze Mitte der heutigen USA. Mobile war die erste Hauptstadt.
Der erste Mardi gras auf amerikanischem Boden fand in dieser Hafenstadt statt und wird weiterhin dort gefeiert.
Einige Meilen weiter nördlich markiert der Blakeley Historic Park das Feld, auf dem 20 000 Konföderierte in die
letzte große Schlacht des Bürgerkriegs zogen.
Georgia
Warm Springs
Der New Yorker Franklin D. Roosevelt kam 1924 zum ersten Mal nach Warm Springs, um seine Polio-Lähmungen behandeln
zu lassen. Überzeugt, dass die Mineralien der natürlichen Quellen ihn geheilt hätten, baute er hier ein
bescheidenes Haus – im selben Jahr 1932, als er auch zum Präsidenten gewählt wurde. Das „Kleine Weiße Haus” blieb für Roosevelt
bis zu seinem Tod 1945 ein Zufluchtsort. Besucher finden den Bungalow genau so vor, wie „FDR” ihn hinterlassen hat.
Plains
Georgias liebster Sohn wird gehörig geehrt mit der Jimmy Carter National Historic Site in Plains. Der ehemalige Präsident
und seine Frau leben dort nach wie vor in der kleinen Stadt. In Georgia zu besichtigen sind auch mehr als zwei Dutzend weiterer
Jimmy-Carter-Stätten, darunter die Erdnuss-Farm der Familie. Außerdem erfährt man hier alles über Carters
Friedensnobelpreis und sein Engagement für die Hilfsorganisation Habitat for Humanity, die Häuser für bedürftige Menschen baut und den Altpräsidenten zu ihren ehrenamtlichen Handwerkern zählt.
Andersonville
In der Region Southern Rivers betrieben die Konföderierten im Bürgerkrieg das berüchtigte Lager Andersonville. Im Laufe
von 14 Monaten gingen dort 45 000 Nordstaaten-Soldaten durch die Hölle; fast 13 000 von ihnen starben an Seuchen,
katastrophaler Hygiene, Hunger, Enge und mangelndem Schutz vor dem Wetter. Das mehr als 200 Hektar große Gelände
ist heute das Mahnmal für alle amerikanischen Kriegsgefangenen sämtlicher Kriege seit der
Unabhängigkeitserklärung.
Louisiana
Cotton Road
und River Road Plantations
An den Ufern des Red River und des unteren Mississippi lebten zur Zeit des Bürgerkriegs vier von fünf aller
amerikanischen Millionäre. Die repräsentativen Villen der Baumwollkönige im Norden des Staates, aber auch die
der Zuckerrohrpflanzer in seinem Süden, scheinen das Tor zu einer Zeitreise. Natchitoches, die älteste Stadt
im riesigen Areal beidseits des Mississippi, das die USA 1803 Napoleon abkauften, bildet das Herzstück des
Landes der Baumwollplantagen. Nur eine Stunde entfernt liegt die Frogmore-Plantage, die noch in Betrieb ist,
mit ihrer Baumwollmühle. Das Capitol in Baton Rouge ist das höchste aller Parlamentsgebäude in den Vereinigten Staaten.
Cajun Country
Lafayette, Lake Charles und Houma-Thibodaux bilden das pulsierende Herz des Cajun Country. Hier liegt die
französiche Sprache in der Luft. Die Acadians, die sie aus Kanada mitgebracht hatten, lebten noch zu Beginn
des Zweiten Weltkriegs isoliert vom Rest der USA. Zwei Erlebnis-Museen informieren über den Ursprung der
dieser Kultur und darüber, wie sich die Cajuns, so nennt man die Acadier auch, in den Kulturmix von Louisiana
integriert haben. Die Region mit ihren Feuchtgebieten ist auch das Zentrum des Bootsbaus, der Ölindustrie
und der Fischerei von Louisiana.
New Orleans
Für viele ist New Orleans Amerikas interessanteste Stadt. Von Franzosen im frühen 18. Jahrhundert gegründet,
von Spanien zwischen 1763 und 1800 beherrscht, dann von Napoleon regiert und schließlich Teil der USA,
ist "The Big Easy" ein faszinierender Cocktail der Kulturen. New Orleans war einmal die zweitreichste Stadt der
USA und ist, obwohl etwas landeinwärts am Mississippi gelegen, immer noch ihr größter Seehafen.
Am 29. August 2005 fegte der Hurrikan Katrina mit voller Wucht über die südlichen Golfstaaten hinweg.
Dabei wurde New Orleans fast vollständig unter Wasser gesetzt. Heute sieht man im touristischen New Orleans,
wie French Quarter, Garden District und Updown, kaum mehr etwas davon. Bald wird Katrina nur noch eine weitere
Episode in der überaus ereignisreichen Geschichte der Stadt sein.
Mississippi
Vicksburg
Geschichte, Charme und Lebensart des Mississippi strömen in Vicksburg zusammen. Wo heute gemächlich-heitere
Gelassenheit die Menschen auszeichnet, bot sich 1863 ein ganz anderes Bild. Sage und schreibe 70 000
Nordstaaten-Soldaten belagerten damals das „Gibraltar der Konföderation”. Erst nach zwei Monaten gab sich die Stadt
geschlagen, ausgerechnet am Nationalfeiertag 4. Juli. Der wurde dann auch in Vicksburg ein Jahrhundert
lang nicht gefeiert. Der Vicksburg National Military Park bedeckt den ehemaligen Belagerungsring.
In der Hügellandschaft liegen 17 000 Nordstaatler begraben. Für konföderierte 5000 Verteidiger der Stadt endete
die Belagerung auf dem nahen städtischen Friedhof.
Natchez
Der älteste durchgängig besiedelte Ort am Mississippi ergab sich schon früh im Bürgerkrieg den Unionstruppen und
entging so seiner Zerstörung. Mehr als 500 Gebäude von damals flankieren noch die Straßen der äußerst reizvollen Stadt,
in der vor 1861 mehr Millionäre lebten als sonst irgendwo in den USA – mit Ausnahme von New York vielleicht.
Viele Anwesen bezeugen immer noch sagenhaften Reichtum, den die Baumwolle einigen Familien brachte,
und können besichtigt werden.
Jackson
Die Hauptstadt von Mississippi schmückt sich mit historischen Stätten und
Sehenswürdigkeiten in schier endloser Vielfalt. Eine Perle ist das Smith Robertson Museum. In den Räumen der ersten Schule für afroamerikanische
Kinder in Jackson bewahrt diese Ausstellung die Geschichte der Bürger Mississippis schwarzer Hautfarbe. Sehr nahe geht
Besuchern das Haus des ermordeten Bürgerrechtlers Medger Evers. Sein Mut inspiriert viele andere Menschen, gegen Unrecht aufzustehen.
Die zweitälteste ständig bewohnte Gouverneursvilla der USA im Stadtzentrum ist ein nationales Denkmal.
Tennessee
Rugby
Inmitten der lange unwegsamen Cumberland-Hochebene liegt das viktorianische Dorf Rugby.
Der britische Sozialreformer und Schriftsteller Thomas Hughes gründete es 1880 als utopisches Experiment,
das englische Lebensart, Sozialismus und das Dasein von Pionieren vereinen sollte. Der deutsche Schriftsteller
Eduard Bertz, Flüchtling der Bismarckschen Sozialistengesetze, fand hier Zuflucht und baute mitten im Wald eine
kleine Bibliothek der Weltliteratur in deutscher und englischer Sprache. Mehr als 20 Originalgebäude
lassen die Zeit von Dickens und Königin Victoria wieder aufleben, einige der Gebäude dienen als Bed-and-Breakfast-Herbergen.
Das Museum und ein gemütliches Restaurant sind unbedingt einen Besuch wert.
Vonore
Im 18. und 19. Jahrhundert waren die Cherokee der mächtigste Indianerstamm im Dreieck Tennessee, Georgia und
North Carolina. Das Sequoyah Birthplace Museum, im Besitz des östlichen Zweigs der Cherokee Nation, präsentiert die
Geschichte und Kultur des Stammes sowie das faszinierende Leben von Sequoyah, dem genialen Erfinder des Alphabets
der Cherokee und Herausgeber ihrer Zeitung The Phoenix.
Henning
Rund 80 Kilometer nördlich von Memphis liegt am Highway 51 Henning, die Kinderstube des Pulitzerpreis-Gewinners
Alex Haley. Sein Buch über die Wurzeln seiner schwarzen Familie, Roots, wurde ein internationaler
Bestseller und löste spätestens mit der Verfilmung als Fernsehserie weltweit großes Interesse an der Ahnenforschung aus. Das Alex Haley House & Museum präsentiert
Familienstücke und Tonbänder des genialen Geschichtenerzählers. Haley liegt hier begraben, und auf dem nahen
Friedhof findet man die Gräber seiner Vorfahren Chicken George und Kizzie.
zurück nach oben
|
|