Alle Musikwege der USA führen in den Tiefen Süden. Rock, Soul, Blues, Gospel, Rock 'n' Roll, Jazz und Country – ihre Wurzeln liegen hier. Auf Raddampfern hört man alte Schiffsorgeln, in den Kirchen wird jeden Sonntag mit dem Gospel der liebe Gott gefeiert.

Wer aus dem Urlaub im Tiefen Süden zurück kommt, kann nicht nur von Sehenswertem erzählen, sondern auch von Gehörtem. Von Musik, die laut in einer Countrybar gespielt wurde, vom College-Rock in Athens, Georgia, den Cajun- und Jazzclubs von Louisiana, der Grand Ole Opry in Nashville und der Alabama Music Hall of Fame. Ob Morgan Freemans Bluesbar Ground Zero in Clarksdale, Mississippi, oder die Bluesmeile Beale Street in Memphis: Gespielt wird rund ums Jahr in einzigartigem Ambiente.
 
 

ALABAMA | GEORGIA | LOUISIANA | MISSISSIPPI | TENNESSEE

Alabama
The Shoals
Viele der Wurzeln amerikanischer Musik stecken tief in der fruchtbaren Erde von Alabama. Die Region Shoals im äußersten Nordwesten des Staates mit ihren vier Städten Florence, Tuscumbia, Sheffield und Muscle Shoals ist berühmt für ihre Aufnahmestudios.

Die Alabama Music Hall of Fame in Tuscumbia öffnet ihren Besuchern Augen und Ohren für das reiche musikalische Erbe von Alabama. Die Ausstellung bietet Bühnenkostüme, historische Anekdoten, einen Tourbus der Band Alabama, das berühmte Golden Country Car – ein 61er Pontiac Cabriolet, an dem 500 Silberdollars und 16 silberne Revolver befestigt wurden – und die Aufnahmetechnik des Memphis Music Service. Die Hall of Fame hat sogar ein kleines Aufnahmestudio, in dem Besucher, gegen kleines Entgelt, berühmte Hits selber einsingen können.

In der letzten Juliwoche strömen Zehntausende zum W.C. Handy Festival in Muscle Shoals zum Gedenken an den Vater des Blues, der hier geboren wurde. Die Studios spielten Hauptrollen in der Entwicklung von Rock 'n' Roll und Rhythm & Blues vor allem in den 1960ern und 1970ern. Die Studios FAME in Muscle Shoals und Muscle Shoals Sound in Sheffield erwiesen sich für Superstars wie Aretha Franklin und die Rolling Stones als ein höchst kreatives Arbeitsumfeld.


Birmingham
Der Jazz lebt und gedeiht prächtig in den Nachtclubs der Millionen-Metropole Birmingham. Unter den Kneipen finden sich so berühmte Lokale wie Ona's Music Room, dessen Gründer Ona Watson als bisher jüngster Musiker in die Alabama Music Hall of Fame aufgenommen wurde. Der Chef spielt häufig selbst! Birmingham ist stolz auf seine Jazz Hall of Fame, ebenfalls in der Innenstadt gelegen und auf Führungen gut zu erkunden. Gleich nebenan findet man das Carver Theater, auf dessen Bühne früher Legenden wie Duke Ellington und Lionel Hampton spielten und sich heute die örtlichen Jazz- und Comedieszenen feiern.

Montgomery
Eine wahre Ikone amerikanischer Musik! Hank Williams war der erste Megastar der Country Music, zehn Millionen seiner Platten aus den Jahren 1947 bis 1953 wurden verkauft. Montgomery ist der Mittelpunkt des Hank Williams Trail. Die Reiseroute durch Alabama verbindet die Orte seiner Karriere mit Hanks Grab in Montgomery – in der Stadt, die ihn zum Star machte und in der er lebte. Seine Ruhestätte liegt nur eine Meile vom Hank Williams Museum entfernt. Zu sehen sind dort Erinnerungsstücke wie sein pulverblauer Cadillac, in dem Hank unterwegs war, als der Tod ihn ereilte.

Georgia
Athens
„Aus Athens , Georgia” steht für Live-Musik vom Feinsten. Diese kleine, freundliche College-Stadt mit der University of Georgia hat seit den Achtzigern eine ganze Reihe von Superbands hervorgebracht. Die weiterhin blühende Szene, mit 15 Aufnahmestudios in der Region, war die Wiege für B-52 und viele andere Musiklegenden. R.E.M. sind hier nach wie vor zu Hause.

Macon
Aus Macon stammten nicht nur Little Richard, Otis Redding und James Brown. Auch der berühmteste Rock-Export der Stadt, die Allman Brothers, hat unüberhörbar Spuren hinterlassen, und dann natürlich Ray Charles.

Atlanta
Atlanta ist von jeher ein El Dorado für Live-Musik. Hier lebten Musiker wie Curtis Mayfield, Jimi Hendrix, die Indigo Girls und Elton John. Die quirlige Hip-Hop- und Dance-Szene von heute machte Arrested Development, TLC und Toni Braxton groß. Der beste Treffpunkt ist das Fox Theatre, ein extravaganter Art-Deco-Bau aus den 20ern nicht weit von Downtown. Wegen seiner exzellenten Akustik spielen hier Stars wie Lynryrd Skynyrd und Bruce Springsteen Live-Alben ein.


Louisiana
New Orleans
Der Jazz ist New Orleans' Geschenk an die Welt. Entstanden aus dem afro-karibischen Lebensgefühl in einer Hafenstadt der vielen Kulturen, lebt er weiter in der Preservation Hall und Snug Harbor, im Palm Court Cafe, Fritzel's, den Clubs der Bourbon Street und vielen Hotelbars. Auch Rhythm & Blues, Cajun, Zydeco und Gospel sind zu hören. Die Musikbegeisterung entlädt sich im Mardi gras und auf dem New Orleans Jazz Festival.

Shreveport & Crossroads
Elvis Presley gelang in Shreveport der Durchbruch mit seinen Auftritten in der Louisiana Hayride Show. In einem kleinen Museum ehrt das wiedereröffnete Stadttheater die frühen Rock- und Countrystars. In Shreveport-Bossier, Heimat des Bluesgitarristen Huddie „Leadbelly” Ledbetter und heute eine der besten Casino-Destinationen der USA, treten jede Woche bekannte Unterhaltungskünstler auf. In Ferriday, der Heimat von Jerry Lee Lewis und Mickey Gilley, lohnt ein Besuch des Delta Music Museum.

Lafayette & Lake Charles
Die Cajun-Musik der französisch sprechenden Akadier, die nach Louisiana kamen, nachdem sie aus Kanada vertrieben worden waren, hört man noch heute in vielen Musikclubs. Auch Zydeco, die kraftvolle Mischung aus Cajun-Musik und afrikanischen Rhythmen, hat die Welt im Sturm erobert. In den Cajun-Tanzhallen und Restaurants von Lafayette und Lake Charles genießt man in den Tanzpausen regionale Leckereien. Im Liberty Theater von Eunice gibt es jeden Samstagabend eine grandiose Show.


Mississippi
Tupelo
Das Wahrzeichen von Tupelo ist jenes Zwei-Zimmer-Häuschen, in dem Elvis Presley zur Welt kam. Besichtigen kann man das Haus selbst, das Museum, die Kapelle, den „Brunnen des Lebens” und die Story Wall mit Geschichten rund um The King. Eine Broschüre weist den Weg auf Elvis' Spuren auch zu anderen Orten in Tupelo. So lohnt sich ein Besuch des Tupelo Hardware Store – jenes altmodischen Eisenwarengeschäfts, in dem Gladys Presley ihrem Sohn Elvis seine erste Gitarre kaufte.

Clarksdale
Im Herzen des Mississippi-Deltas gelegen, ist Clarksdale auf ewig verbunden mit seinen Bluesidolen W. C. Handy, Charley Patton und Robert Johnson. Ihre Hinterlassenschaft begeistert Millionen von Menschen. Die historische Bahnhof beherbergt das Delta Blues Museum, das sich der Erhaltung und Interpretation des Blues widmet. Clarksdale besitzt eine höchst lebendige Musikszene. An den Wochenenden kann man die Live-Clubs reihenweise abklappern; übers Jahr verteilt steigen mehrere Festivals.

Greenwood
Im historischen Zentrum zeigt das Greenwood Blues Heritage Museum eine bedeutende Sammlung rund ums Thema Blues. Im Mittelpunkt steht Robert Johnson, der seine Seele bekanntlich dem Teufel verschrieb, um besser als jeder Andere Gitarre zu spielen. Er war gerade mal 27, als ein eifersüchtiger Ehemann ihn in einer Kneipe am Stadtrand angeblich vergiftete. Da niemand mit letzter Sicherheit weiß, wo Johnson seine letzte Ruhe fand, markieren Grabmale an drei Stellen den Ort – so seine Seele denn überhaupt je zur Ruhe kam, denn er hat sie ja verkauft ... Alle drei und noch vieles mehr rund ums Thema Blues finden sich an der bestens ausgeschilderten Reisestraße Mississippi Blues Trail.

Tennessee
Nashville
Man besucht die legendäre Grand Ole Opry, die Country Music Hall of Fame und das RCA Studio B, wo Chet Atkins, Dolly Parton, die Everly Brothers, Elvis und andere den Nashville Sound entwickelten. Man erlebt Live-Musik in einer typischen Musikkneipe, etwa Tootsie's Orchid Lounge im Musikviertel The District. Man schwingt das Tanzbein zum Linedancing im Wildhorse Saloon oder genießt auf dem Cumberland River eine Dinner-Show an Bord des Raddampfers General Jackson Showboat.

Jackson

Die Autobahn I-40 von Nashville nach Memphis hieße kaum Music Highway, führte sie nicht auch durch Jackson. Es wäre musikalisch grob fahrlässig, hier nicht anzuhalten, in der Stadt von Carl Perkins und seiner Blue Suede Shoes. Ihn und die anderen Stars der tanzbaren Spielart des Rock 'n' Roll feiert das Rockabilly Festival jedes Jahr im August. Keine Frage, dass die International Rockabilly Hall of Fame nur in Jackson stehen kann; man findet das kleine Museum in der Altstadt. Das Erlebnis von Jackson bliebe nur ein halbes, verzichtete man auf den Besuch des Old Country Store im Casey Jones Village. Nirgendwo sonst steht ein Buffet traditioneller Südstaatenküche von so großer Auswahl und Qualität wie im Restaurant dieses altmodischen Landladens, der das Andenken an den Eisenbahnhelden Casey Jones hochhält.

Memphis
Heimat des Blues, Geburtsort des Rock 'n' Roll. Memphis ist beides, und noch viel mehr. Elvis Presleys geliebtes Anwesen Graceland ist ein Muss, und auch seine Privatjets und Autos wollen bestaunt sein. Ins Besuchsprogramm gehören das berühmte Sun Studio, das Stax Museum of American Soul Music, das Rock 'n' Soul Museum der Smithsonian Institution und die Gitarrenfabrik Gibson. In den Clubs der historischen Beale Street tanzt, wer will, die ganze Nacht durch.

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